Der Gärtner Philosophiert...


Gärtner sind Nerds. Wie Fussballer, Sportschützen, Fortnite-Spieler oder Japanisch-Lerner. Sie benutzen ihre eigene Sprache – das Gärtner-Latein. Sie sprechen von Stauden, die remontieren oder von panaschierten Blättern, laufen nachts mit Baustrahlern durch ihren Garten und benutzen Werkzeuge wie den Sauzahn oder die Hippe. Darüber hinaus geben sie schon mal zwei-bis dreistellige Beträge für Pflanzen aus (EINE Pflanze) und einzelne Individuen der verschworenen Gemeinschaft reisen sogar mit dem Flugzeug, um Grünanlagen auf anderen Kontinenten zu besuchen. Gut, soweit ist es bei mir noch nicht, und wo es geht, versuche ich Pflanzen selber zu ziehen, zu vermehren oder nehme dankbar Staudenstücke befreundeter Gärtner. Aber der Rest trifft zu.

 

Und so keimen – je länger man im Grünen weilt oder sich an kalten Wintertagen in einschlägige Lektüren vertieft – nicht nur die Pflanzen, sondern auch viele Gedanken. Banale, aber auch Gedanken über den Fortbestand der Menschheit – Stichwort Insektensterben. Lest diese Gedanken, oder lasst es andere tun. Es ist für mich auch eine Art Ventil. Oder Therapie. Wie man's nimmt.


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